Daten-Guide · Nachbearbeitung · 2 Min.
FITS-Dateien exportieren und sicher archivieren
FITS ist nicht automatisch das fertige Bild: Je nach Hersteller erhältst du Einzelbilder, Stacks oder ein Paket mit Zusatzdateien. Dieser Ablauf trennt Export, Prüfung und Archivierung – mit eigenen Wegen für Seestar, DWARFLAB, Vaonis und Unistellar.
Vor dem Start
Das brauchst du
6 Schritte
Du musst nicht alles auf einmal wissen
Arbeite die Schritte in dieser Reihenfolge ab. Nach jedem Schritt weißt du, was als Nächstes kommt; Menünamen können sich je Modell unterscheiden.
- Schritt
Vor dem Export festlegen, was erhalten bleiben soll
Sichere mindestens den fertigen Stack und die Rohdaten, wenn du später selbst stacken möchtest. JPEG, TIFF und FITS sind nicht austauschbar: JPEG ist meist bereits entwickelt, TIFF kann ein hochwertiges Ergebnis sein, FITS bewahrt astronomische Bilddaten und Metadaten. Notiere Ziel, Datum, Gerät, Filter und Integrationszeit in einem Ordnernamen.
- Schritt
Seestar: interne FITS-Dateien per USB oder dokumentiertem Dateizugriff kopieren
Beim Seestar liegt das geteilte JPEG auf dem Mobilgerät, während FITS-Dateien aus dem Stargazing-/Live-Betrieb im internen Gerätespeicher liegen. Verbinde das ausgeschaltete oder nicht beobachtende Gerät mit dem Computer und kopiere den vollständigen Objektordner. Prüfe bei Verbindungsproblemen zuerst Kabel und USB-Port; lösche im Gerät noch nichts.
- Schritt
DWARFLAB: Vorschau, Stack und Einzelbilder auseinanderhalten
Nutze den in der DWARFLAB-Dateianleitung beschriebenen USB- oder drahtlosen Zugriff. Kopiere den gesamten Session-Ordner, nicht nur das Vorschaubild. FITS kann hier sowohl Einzelbild als auch Stack sein; Dateiname und Ordnerstruktur entscheiden. Wenn du Dateien über eine App-Ansicht löschst, kontrolliere anschließend auch deren Papierkorb beziehungsweise endgültige Löschfunktion.
- Schritt
Vaonis: Exportformat in Singularity bewusst wählen
Vaonis verwaltet Aufnahmen über die Singularity-App und den internen Speicher des Instruments. Exportiere das gewünschte Ergebnis und – sofern für Modell und Modus angeboten – die Roh- beziehungsweise FITS-Daten, bevor du die Beobachtung aus dem Instrument entfernst. Hestia ist der Sonderfall: Es nutzt den Speicher des Smartphones statt eines eigenen Teleskopspeichers.
- Schritt
Unistellar: Direct Data Download am Computer verwenden
Öffne die DATA-Schnittstelle des Teleskops über den von Unistellar beschriebenen direkten Daten-Download. Wähle Beobachtungen einzeln oder gesammelt und exportiere FITS, TIFF oder PNG. Der Download kommt als ZIP mit den zur Beobachtung gehörenden Bestandteilen. Bei großen Beständen empfiehlt Unistellar kleinere Pakete und keinen Download während einer laufenden Beobachtung.
- Schritt
Kopie öffnen, zählen und erst dann archivieren
Entpacke Archive, öffne mehrere Stichproben und vergleiche Dateianzahl und Gesamtgröße mit der Quelle. Lege danach mindestens zwei Kopien auf unterschiedlichen Datenträgern an; eine Synchronisation ist noch kein Backup, wenn Löschungen mit synchronisiert werden. Erst eine geprüfte zweite Kopie macht das spätere Aufräumen vertretbar.
Wenn das Ergebnis ausbleibt
Das passiert auch in einer guten Nacht.
Setze nicht wahllos alles zurück. Wähle das sichtbare Symptom und beginne mit dem einfachsten, sicheren Check.
- Aufnahmen lassen sich nicht exportieren
Die Aufnahme ist gelungen, lässt sich aber nicht zuverlässig vom Teleskop holen. Kläre zuerst, ob du das fertige Bild oder die deutlich größeren RAW-/FITS-Dateien suchst – davon hängt der richtige Exportweg ab.
- Interner Speicher ist voll
Die Nacht soll weitergehen, aber der interne Speicher ist voll oder eine Aufnahme endet ohne Vorwarnung. Bevor du löschst, sichere zuerst die Dateien, die du später noch bearbeiten möchtest.
- App und Firmware passen nicht zusammen
Die App sieht anders aus als erwartet, Funktionen fehlen oder das Teleskop reagiert nach einem Update ungewöhnlich. Prüfe zuerst, ob App und Firmware tatsächlich als zusammengehöriges Versionspaar aktuell sind.
Grundlage