Drei verschiedene Zeiten
In den ersten Minuten wächst ein schwaches Objekt oft überraschend schnell aus dem Hintergrund. Später werden die Verbesserungen kleiner: Mehr Zeit hilft weiterhin, aber nicht im gleichen Tempo.
Die Einzelbelichtungszeit gilt für einen Frame. Die Integrationszeit summiert nur verwendete Frames. Die Sessiondauer enthält zusätzlich Einrichtung, Schwenks, Pausen und verworfene Bilder.
120 angenommene Frames zu 10 Sekunden ergeben 1.200 Sekunden oder 20 Minuten Integration – auch wenn die Session 35 Minuten dauerte.
Die Quadratwurzelregel
ESO zeigt für helle beziehungsweise hintergrunddominierte Fälle: Das Signal-Rausch-Verhältnis wächst näherungsweise mit der Quadratwurzel der Gesamtzeit. Daraus folgt:
| Zeitfaktor | idealisierter SNR-Faktor |
|---|---|
| 1× | 1× |
| 4× | 2× |
| 9× | 3× |
| 16× | 4× |
Das ist kein Qualitätsversprechen. Wolken, Drift, Fokusfehler, Gradienten und wechselnde Transparenz sind nicht zufälliges Rauschen und verschwinden nicht nach derselben Regel.
Wann längere Einzelbilder helfen
Sehr kurze Frames können stärker vom Ausleserauschen geprägt sein. Zu lange Frames erhöhen dagegen das Risiko von Sättigung, Nachführfehlern und Verlust durch einen einzelnen Störer. Smart-Teleskope wählen deshalb oft viele kurze Aufnahmen. Im EQ-Modus kann eine längere Einzelzeit sinnvoll sein, wenn Ausrichtung, Himmel und Dynamikbereich dazu passen.