Nachführung
Die Erde dreht sich in vier Minuten um ein Grad. Ohne Ausgleich zieht jeder Stern in der Aufnahme einen Strich – die Nachführung dreht das Gerät genau so schnell mit, dass er ein Punkt bleibt.
Was es ist
Ein Stern wandert am Himmel um rund 15 Bogensekunden je Sekunde. Bei einem Bildfeld von etwa einem Grad ist er in vier Minuten aus dem Bild gelaufen, und schon bei wenigen Sekunden Belichtung wird aus dem Punkt ein Strich. Die Nachführung gleicht das aus, indem der Antrieb das Gerät mit derselben Geschwindigkeit mitdreht. Smart-Teleskope führen fast durchweg altazimutal nach – sie kippen und schwenken, statt um eine geneigte Achse zu drehen.
Das hält die Sterne punktförmig, dreht aber das Bildfeld langsam mit: die Bildfeldrotation. Für Einzelbilder von wenigen Sekunden spielt das keine Rolle; über eine ganze Nacht verwischen die Ecken der gestapelten Aufnahme und müssen beschnitten werden. Der EQ-Modus mit geneigter Aufstellung ist die Antwort darauf.
In der Praxis
Was bedeutet Nachführung praktisch?
Altazimutal nachgeführt
- Aufstellen und loslegen, keine Ausrichtung nötig
- Sterne bleiben punktförmig
- Bildfeld dreht sich langsam mit
- Ecken gehen beim Stapeln verloren
Im EQ-Modus
- Geneigte Aufstellung und Polausrichtung nötig
- Keine Bildfeldrotation
- Längere Einzelbelichtungen möglich
- Mehr Aufbau, mehr Zubehör
Warum es zählt
Warum ist Nachführung bei Smart-Teleskopen wichtig?
Die Nachführung entscheidet, wie lange ein Einzelbild sein darf – und damit, wie viel Signal in einer Nacht zusammenkommt. Sie ist der Grund, warum Smart-Teleskope kurz und oft belichten statt lang und selten.
- Je länger die Brennweite, desto sichtbarer jeder Nachführfehler
- Ein weicher Untergrund kostet mehr Genauigkeit, als Elektronik zurückholt
- Kurze Einzelbilder verzeihen Ungenauigkeit – das Live Stacking gleicht den Rest aus
Mehr dazu
Quellen & Grundlage
- Seestar – EQ Mode Setup GuideErklärt altazimutale und äquatoriale Nachführung im Gerätekontext.